Geografische Lage
Der Spessart wird eingefasst durch den Main zwischen Gemünden und der
Kinzigmündung bei Hanau sowie den Mainnebenflüssen Kinzig und
Sinn. Er erscheint als waldiges Massengebirge mit abgerundeten Kuppen, die
sich nur wenig über die Gesamthöhe erheben. Die unteren Abhänge
sind besiedelt oder landwirtschaflich genutzt, auf den Höhen bedecken
prachtvolle Eichen- und Buchenwälder den Spessart.
Der Hauptrücken zieht sich von Miltenberg im Süden 75 km lang
nach Norden bis zur Gegend von Schlüchtern. Auf dieser Wasserscheide
zieht sich vom Engelberg über den Geiersberg bis zum Orber Reisig der
uralte Eselsweg (ähnlich dem Rennsteig im Thüringer Wald).
Die Höhe der Gipfellagen liegen zwischen 450 und knapp 600 m. Die höchste
Erhebung ist der 586 m hohe Geiersberg oder Breitsol.
Die bedeutendsten unter den zahlreichen Bächen des Spessarts sind die
Sinn, Lohr, Hafenlohr, Elsava, Aschaff, Bieber und Kahl.
Herrliche Täler
und Berge charakterisieren die Spessart-Landschaft. Wandern im Spessart,
die Ruhe genießen, Erholung und Entspannung, zu jeder Jahreszeit ist
der Landkreis Main-Spessart einen Besuch und einen Urlaub wert.
Die Hotels, Ferienwohnungen und Übernachtungsmöglichkeiten im
Landkreis Main-Spessart sind die idealen Ausgangspunkte für diese herrliche
Gegend.
Geologie
Die Hauptmasse des Spessarts besteht aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer
mit aufgelagertem roten und gefleckten Sandstein, Buntsandstein.
Ausdehnung
Seine äußersten Verzweigungen erstrecken sich bis Hanau,
Schlüchtern und dem Sinntal. Er erstreckt sich über 2440
km² Fläche, davon gehören zu Bayern 1.710 km²,
zu Hessen 730 km².
Nachbarlandschaften
Der Main trennt den Spessart im Osten von der Fränkischen Platte
und im Süden vom Odenwald. Der Spessart wird im Norden durch
die Kinzig vom Vogelsberg und im Nordosten durch die Sinn von der
Rhön geschieden.
Gliederung
Der äußere Saum längs des Mains, namentlich im Westen,
wird als Vorspessart bezeichnet. Das innere, aus dicht zusammenschließenden
Bergen bestehende Waldgebirge, welches keine breite Bergebene aufweist,
heißt Hochspessart. Die plateauartige Absenkung zur Kinzig
und nach Kahl a.Main ist der Hinterspessart. Der Hinterspessart
umfasst auch das sogenannte Orber Reisig, mehrere mit Eichengebüsch
bedeckte Anhöhen, die sich bis zur Stadt Bad Orb erstrecken.
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Geschichte
Der Spessart hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zunächst
war er kaiserlicher Bannforst, also zur Jagd vorgesehen. In der
Folge waren lange Jahrhunderte die Mainzer Erzbischöfe die Landesherren.
Erst ab dem 12. und 13. Jahrhundert duldeten sie die Besiedlung
des Spessarts. Der Spessart wurde immer von außen regiert. So wurde
er beherrscht durch das Erzbistum Mainz, das Hochstift Würzburg
sowie einiger kleinerer Herrschaften, wie zum Beispiel die Grafen
von Rieneck. Die politische Zersplitterung ohne grenzübergreifende
Strafverfolgung begünstigte das Aufkommen von Räuberbanden. Belegt
sind die Spessarträuber am Anfang des 19. Jahrhunderts, denen Wilhelm
Hauff 1828 mit der Erzählung Das Wirtshaus im Spessart und Kurt
Hoffmann 1958 mit dem gleichnamigen Film ein Denkmal setzten.
In der Umbruchzeit um den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs
erlebte das Räuber(un-)wesen in Deutschland einen letzten Höhepunkt.
Nach Neuordnung der Territorien und mit wirksameren Verwaltungen
wurde das Räuberproblem in kürzester Zeit bereinigt.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss endete das Kurfürstentum
Mainz, der Spessart kam zum Fürstentum Aschaffenburg, später
dann Großfürstentum Frankfurt. Schließlich wurden
Großteile dem Königreich Bayern zugeschlagen. Aber auch
heute noch ist der Spessart aufgeteilt in vier Landkreise in zwei
Bundesländern.
Der geschichtliche und reale Hintergrund des Grimmschen Märchens
von Schneewittchen wird ebenfalls im Spessart angesiedelt.
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Der Spessart verfügte
neben einer wenig ertragreichen Landwirtschaft über Ressourcen wie
Holz, Wasserkraft, Salz, Erze und Mineralien. Diese Faktoren bildeten die
Grundlage für Köhler, Töpfer, Eisenhämmern und Bergwerke.
1795 kaufte Georg Ludwig Rexroth den Höllenhammer im Elsavatal und
produzierte Eisenartikel für Landwirtschaft und Handwerk. Nach Umzug
nach Lohr entwickelte sich daraus ein Weltunternehmen für Hydraulik,
das in der heutigen Bosch Rexroth AG aufgegangen ist.
Die Glasprodukte und Spiegel aus Spessarter Glashütten wurden europaweit
vertrieben. Noch heute ist in Lohr eine Glashütte in Betrieb.
Der Spessart war durchzogen von vielfältigen Handelswegen,
aus denen die Landesherren Zolleinnahmen erzielten. Die vielen Kirchen
und Klöster, Burgen und Schlösser bezeugen durchaus prosperierende
Zeiten.
Frammersbacher Fuhrleute zogen von hier aus durch ganz
Europa. Mit Eisenbahn und verbesserter Flussschiffahrt gingen die Fuhrleute
wirtschaftlich nieder.
Über die Jahrhunderte war der Spessart auch unterschiedlich
stark bewaldet. Seit dem 18. Jahrhundert wurde eine systematische Wiederaufforstung
betrieben.
Mit der industriellen Revolution gerieten die meisten
Mittelgebirge wirtschaftlich ins Hintertreffen. Verbesserte und billigere
Transportwege erlaubten den Absatz billigerer Waren aus den großen
Zentren in die entlegensten Winkel. Der Spessart verarmte.
Der Dreiklang Wald, Armut und Spessarträuber ist im Bewusstsein der
Menschen haften geblieben, obwohl das nur eine kurze Phase im auf und ab
der Entwicklung darstellte.
Städte
und Gemeinden
Städte:
* Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
Arnstein (8.410)
Gemünden a.Main (11.435)
Karlstadt (15.209)
Lohr a.Main (16.167)
Marktheidenfeld (11.022)
Rieneck (2.118)
Rothenfels (1.022) *
Marktgemeinden:
* Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
Burgsinn (2.693) *
Frammersbach (4.806)
Karbach (1.354) *
Kreuzwertheim (3.900) *
Thüngen (1.354) *
Triefenstein (4.387)
Zellingen (6.458) *
Verwaltungsgemeinschaften:
1. Burgsinn
Aura i.Sinngrund (1.078)
Burgsinn, Markt (2.693)
Fellen (955)
Mittelsinn (941)
Obersinn, Markt (1.069)
2. Gemünden a.Main
Gössenheim (1.308)
Gräfendorf (1.483)
Karsbach (1.834)
3. Kreuzwertheim
Hasloch (1.403)
Kreuzwertheim, Markt (3.900)
Schollbrunn (938)
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Gemeinden:
Eußenheim (3.322)
Gemeindefreie Gebiete (203,70 km²):
Bischbrunner Forst (28,25 km²)
Burgjoß (23,13 km²)
Forst Aura (23,42 km²)
Forst Lohrerstraße (21,35 km²)
Frammersbacher Forst (16,81 km²)
Fürstl. Löwensteinscher Park (30,67 km²)
Haurain (3,14 km²)
Herrnwald (2,99 km²)
Langenprozeltener Forst (8,66 km²)
Michelriether Forst (2,94 km²)
Partensteiner Forst (19,36 km²)
Rothenberg (5,18 km²)
Ruppertshüttener Forst (17,82 km²)
(alle Einwohnerzahlen Stand: 30. Juni 2004) |
Städte und Gemeinden
im Landkreis Main-Spessart:
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